EDF Electric Ducted Fan (Mantelrotor)
E-flite UMX F-86 Sabre 30-mm-Impeller, 4S 450 mAh
Turbinen-Kraftstoff Jet A, Start oft mit Propan
Kurz gesagt
Ein RC-Jet mit Impeller, auch EDF für Electric Ducted Fan, hat statt eines offenen Propellers einen vielblättrigen Rotor in einem Rohr, angetrieben von einem Elektromotor. Das sieht und klingt nach Jet, braucht aber viel Strom: hohe Drehzahl, kräftige Akkus, kurze Flugzeiten. Als erstes Modell ist ein Impeller-Jet nicht gedacht, als nächster Schritt nach dem Trainer mit Stabilisierung schon. Turbinenjets mit Kerosin sind eine eigene Klasse.
Ein Jet ohne sichtbaren Propeller: Das ist der Reiz von Impeller-Modellen. Hier erfährst du, wie der Antrieb funktioniert, was er vom Akku verlangt und wann du bereit dafür bist.
Wie funktioniert ein Impeller (EDF)?
Ein Impeller ist ein Rotor mit vielen Blättern, der in einem engen Gehäuse läuft. Ein bürstenloser Elektromotor treibt ihn an. Er saugt Luft durch den Einlauf an und stößt sie hinten als schnellen Strahl aus.
Das Gehäuse, der Mantel, verringert die Verluste an den Blattspitzen. Deshalb kann ein kleiner, sehr schnell drehender Impeller ähnlichen Schub erzeugen wie ein größerer Propeller. Der Hersteller FMS nennt Drehzahlen von oft über 30.000 Umdrehungen pro Minute.
| Bauteil | Aufgabe |
|---|---|
| Lufteinlass | führt die Luft möglichst ohne scharfe Knicke zum Rotor |
| Impeller-Rotor | beschleunigt die Luft |
| Mantel (Gehäuse) | verringert Verluste an den Blattspitzen |
| Brushless-Motor mit Regler | treibt den Rotor mit hoher Drehzahl an |
| Schubrohr und Düse | führen den Luftstrahl glatt und gerade nach hinten |
FliteTest betont, dass Einlauf und Schubrohr innen glatt und frei sein müssen. Manche Scale-Jets haben zusätzliche Lufteinlässe, weil die originalgetreuen Einläufe allein zu wenig Luft liefern. Wie der Motor selbst funktioniert, erklärt modell-bau.org im Beitrag über Brushless-Motoren.
Warum braucht ein Impeller so viel Strom?
Weil er wenig Luft sehr stark beschleunigt. Ein Propeller bewegt viel Luft langsam, ein Impeller wenig Luft schnell. Das kostet deutlich mehr elektrische Leistung, schreibt FMS.
Auch die englischsprachige Wikipedia hält fest: Der Wirkungsgrad-Vorteil eines ummantelten Rotors schrumpft bei niedriger Drehzahl, geringem Schub und langsamer Fluggeschwindigkeit und kann sich sogar umkehren. Für dich heißt das:
- Hohe Ströme: FMS empfiehlt Akkus mit hoher Belastbarkeit, meist 50C oder mehr.
- Mehr Zellen: Typische Jets laufen laut FMS mit 4S bis 6S und 2.200 bis 5.000 mAh.
- Kürzere Flugzeiten: FMS nennt für einen Jet bei gemischtem Flugstil etwa 3 bis 4 Minuten, für ein Propellermodell mit gleichem 4S-Akku 7 bis 10 Minuten.
Einen Eindruck geben die Herstellerangaben für drei E-flite-Modelle unter 250 g: Die UMX Slow Ultra Stick fliegt mit einem 1S-Akku, der Propeller-Warbird UMX P-51D mit 2S oder 3S. Der kleine Jet UMX F-86 Sabre mit 30-mm-Impeller braucht einen 4S-LiPo mit 450 mAh. Die Modelle sind verschieden schnell und schwer, die Richtung zeigt der Vergleich trotzdem. Mehr zu Zellenzahl, Belastbarkeit und Laden steht unter LiPo-Akkus und Ladegeräte.
Ist ein Impeller-Jet für Einsteiger geeignet?
Nicht als erstes Modell. FMS beschreibt den Jet als mögliches zweites Modell, wenn du einen Hochdecker-Trainer beherrschst. Mit Stabilisierung und einem gutmütigen Modell ist dieser Schritt aber gut machbar.
Was Jets anspruchsvoller macht:
- Verzögerter Schub: Ein Impeller reagiert langsamer als ein Propeller. FMS rät, den Leistungsbedarf 2 bis 3 Sekunden vorauszuplanen.
- Wenig Reserve in Bodennähe: FliteTest warnt, dass du einen Strömungsabriss in geringer Höhe nicht einfach mit Vollgas abfangen kannst.
- Landung mit Restgas: FMS empfiehlt, im Endanflug 20 bis 30 % Gas zu halten. Gas komplett weg kann laut FMS zum Absturz führen.
- Untergrund: Kleine Räder bleiben in hohem Gras hängen, und Gras kann in den Impeller gesaugt werden. Bestimmte leichte Jets kannst du laut FMS ohne Fahrwerk von Hand starten und auf dem Bauch landen.
- Sichtbarkeit: Schnelle, kleine Jets sind schwer zu verfolgen. Bleib nah und hoch genug.
Für den ersten Jet rät FMS zu einem Sport-Jet mit geradem Flügel statt zu einem Kampfjet mit Pfeilflügel, zu Kreiselstabilisierung und zu einem Bugradfahrwerk.
Als Beispiel aus der Ultra-Micro-Klasse: Die E-flite UMX F-86 Sabre hat laut Händlerangabe 445 mm Spannweite und wiegt laut Horizon Hobby unter 250 g. SAFE Select begrenzt laut Händlerdatenblatt die Quer- und Längsneigung, richtet das Modell bei mittigen Knüppeln waagerecht aus und bietet einen Modus zur Unterstützung beim Handstart. Horizon Hobby stuft das Modell in Skill Level 3 ein. Weitere 30-mm-Jets dieser Reihe gibt es zum Beispiel als UMX Viper. Das sind Beispiele für die Bauart, keine Kaufempfehlung und kein Test.
Wenn du nach dem Trainer erst einmal Tempo üben willst, ist ein Warbird mit Gyro eine Alternative. Grundlagen fürs Fliegen findest du unter RC-Flugzeug fliegen lernen.
Was unterscheidet einen Impeller von einer Turbine?
Eine Modellturbine ist ein echtes kleines Strahltriebwerk. Sie verbrennt Kerosin, braucht eine eigene Triebwerkssteuerung und verlangt deutlich mehr Sorgfalt: Brandgefahr, Lärm, hohe Geschwindigkeiten. Mit Mini-Flugzeugen hat sie wenig zu tun.
| Merkmal | Impeller (EDF) | Turbine |
|---|---|---|
| Energie | LiPo-Akku | Kerosin (Jet A), Start oft mit Propangas |
| Antrieb | Elektromotor mit Rotor im Rohr | Gasturbine mit eigener Steuerung (FADEC) |
| Größe | ab Ultra-Micro-Jets mit 30-mm-Impeller | größere Modelle |
| Sicherheit | sorgfältiger Umgang mit LiPo-Akkus | Brandgefahr, Feuerlöscher bereithalten, Helfer |
| Einstieg | nach dem Trainer | nur mit viel Erfahrung |
Ein Sicherheitsbericht auf der Website des Schweizerischen Modellflugverbands (A. Doppelhofer, 2023) rät, vor jedem Triebwerksstart einen funktionsfähigen CO2-Feuerlöscher bereitzuhalten und einen Jet immer mit einem Helfer zu betreiben. Laut dem Bericht liegen erreichbare Geschwindigkeiten von über 300 km/h oft über dem, wofür Standardmodelle ausgelegt sind.
Achtung
Turbinen sind ein eigenes Fachgebiet mit eigenen Sicherheitsregeln. Kläre vorher mit Verein und Fluggelände, welche Voraussetzungen dort gelten. Die allgemeinen Regeln für Flugmodelle findest du unter Regeln und Versicherung.
Häufige Fragen
Wie lange fliegt ein Impeller-Jet?
Deutlich kürzer als ein Propellermodell mit gleichem Akku. FMS nennt für typische Jets etwa 3 bis 4 Minuten gemischtes Fliegen, bei Dauervollgas weniger.
Kann ich einen Jet auf der Wiese landen?
Mit Fahrwerk nur auf kurzem, gepflegtem Rasen oder einer glatten Fläche. Leichte Jets ohne Fahrwerk kannst du auf dem Bauch landen. Achte darauf, dass kein Gras in den Impeller gerät.
Brauche ich für einen Mini-Jet eine Registrierung?
Unter 250 g ohne Kamera nicht. Ab 250 g Startmasse brauchst du draußen laut LBA eine Betreiberregistrierung und einen Kompetenznachweis. Eine Haftpflichtversicherung ist immer Pflicht.
Quellen
- Wikipedia (en) – Ducted fan
- FliteTest – How To Use an EDF
- FMS – EDF Jets vs. Propeller Planes
- Horizon Hobby – E-flite UMX F-86 Sabre 30mm EDF
- Kiwi Quads – E-flite UMX F-86 Sabre 30mm EDF (Datenblatt)
- Horizon Hobby – E-flite UMX P-51D Mustang
- Horizon Hobby – E-flite UMX Slow Ultra Stick RTF
- ReadyMadeRC – E-flite UMX Viper 30mm EDF
- Wikipedia (en) – Radio-controlled aircraft
- modellflug.ch – Sicherheitsbericht Jet (PDF)
- Luftfahrt-Bundesamt – FAQ Drohnen