Zubehör & Ersatzteile

LiPo-Akkus und Ladegeräte für RC-Flugzeuge: 1S, 2S, 3S

Zellenzahl, C-Rate, Stecker und sicheres Laden: Das musst du über LiPo-Akkus für Mini-Flugzeuge wissen.

Nennspannung 3,7 V je Zelle

Ladeschluss 4,2 V je Zelle

Lagerspannung ca. 3,8 V je Zelle

Kurz gesagt

Mini-Flugzeuge fliegen meist mit LiPo-Akkus. Die Zahl vor dem „S“ nennt die Zellen in Reihe: Eine Zelle hat 3,7 V Nennspannung, 2S also 7,4 V, 3S 11,1 V. Geladen wird höchstens bis 4,2 V pro Zelle, mehrzellige Akkus immer mit Balancer. Zum Lagern bringst du den Akku auf etwa 3,8 V pro Zelle.

Der Akku braucht mehr Sorgfalt als die übrigen Teile deines Modells: Richtig behandelt hält er lange, falsch geladen kann er brennen. Hier erfährst du, wie du Akkus liest, auswählst, lädst und lagerst. Die Grundlagen zu LiPo, NiMH und Co. erklärt außerdem der Lexikon-Artikel zum RC-Akku auf modell-bau.org.

Was bedeuten 1S, 2S und 3S?

„S“ steht für Zellen in Reihe (seriell). Jede LiPo-Zelle hat eine Nennspannung von 3,7 V und wird höchstens bis 4,2 V geladen. Mehr Zellen bedeuten mehr Spannung und damit mehr Leistung für Motor und Propeller.

ZellenNennspannungVoll geladen (4,2 V je Zelle)Typischer Einsatz
1S3,7 V4,2 Vsehr kleine Indoor- und Mikro-Modelle
2S7,4 V8,4 Vkleine Parkflyer
3S11,1 V12,6 Vgrößere Parkflyer und Trainer

Welche Zellenzahl dein Modell braucht, steht in der Anleitung. Einen Akku mit mehr Zellen als vorgesehen darfst du nicht einfach einsetzen, denn Motor und Regler sind auf eine bestimmte Spannung ausgelegt. Sehr leichte Indoor-Flugzeuge kommen oft mit einer Zelle aus, robuste Parkflyer für draußen brauchen meist mehr.

Sonderfall LiHV: Manche 1S-Akkus sind Hochvolt-Zellen (HV oder LiHV), die bis 4,35 V geladen werden, etwa einige 1S-Akkus von BETAFPV. Solche Akkus lädst du nur im LiHV-Modus. Einen normalen LiPo darfst du nie im LiHV-Modus laden.

Was sagen Kapazität und C-Rate?

Die Kapazität in mAh bestimmt, wie lange der Akku Strom liefern kann. Die C-Rate gibt an, wie viel Strom er dauerhaft abgeben darf: Kapazität mal C-Rate. Mehr Kapazität bedeutet längere Flüge, aber auch mehr Gewicht.

Ein Beispiel vom Hersteller: Der E-flite-Akku mit 500 mAh und 25C darf dauerhaft bis 12,5 A abgeben (0,5 Ah × 25). Der Akku muss mindestens den Strom liefern können, den dein Antrieb zieht. Eine zu niedrige C-Rate überlastet den Akku, er wird heiß und altert schneller.

Achte beim Ersatzakku auf drei Dinge: gleiche Zellenzahl, ähnliche Kapazität und ähnliches Gewicht. Ein schwererer Akku verschiebt den Schwerpunkt.

Welche Stecker sind üblich?

Kleine Akkus haben zierliche Stecker, größere Hochstromstecker. Akku, Modell und Ladegerät müssen denselben Stecker haben, sonst brauchst du Adapter.

SteckerWo du ihn findestHinweis
JST-PH 2.0 (PH 2.0)1S-Akkus für Mikro-Modelle, z. B. E-flite „High-Current Ultra Micro“sehr verbreitet bei kleinen Flugmodellen
BT2.01S-Akkus von BETAFPVlaut Produktbeschreibung geringerer Widerstand als PH2.0, für höhere Ströme gedacht
IC3 / EC3größere Akkus aus dem Programm von Horizon Hobby, z. B. 3S-Akkus für TrainerHochstromstecker; IC3 bei Spektrum-Smart-Akkus
Balancer-Stecker (z. B. JST-XH)an mehrzelligen Akkusein Kabel mehr als Zellen, also 3 Adern bei 2S, 4 bei 3S

1S-Akkus haben keinen Balancer-Stecker, weil es nur eine Zelle gibt.

Wie lädst du LiPo-Akkus richtig?

Lade nur mit einem LiPo-Ladegerät, mehrzellige Akkus immer über den Balancer-Anschluss. Wähle den Ladestrom nach der Angabe des Akkuherstellers und bleib in der Nähe, solange geladen wird.

  • Ladegerät: Für 1S-Mini-Akkus gibt es kleine USB-Lader, oft im RTF-Set. Für 2S und 3S brauchst du einen Balancer-Lader, der jede Zelle einzeln überwacht.
  • Ladestrom: Allgemeine Sicherheitshinweise, etwa vom Händler welectron, nennen 1C als Obergrenze, also bei 500 mAh höchstens 0,5 A. Manche Hersteller erlauben mehr, E-flite etwa für den 500-mAh-1S-Akku bis 1,5 A (3C). Maßgeblich ist die Angabe auf deinem Akku.
  • Temperatur: Lass den Akku nach dem Flug abkühlen, bevor du ihn lädst. Wird er beim Laden spürbar heiß, brich den Ladevorgang ab.
  • Ort: Lade auf nicht brennbarer Unterlage, am besten in einer LiPo-Tasche oder Metallbox, nicht im Modell und nicht neben brennbaren Sachen. Das Umweltbundesamt rät, wo möglich in einem Raum mit Rauchmelder zu laden.

Achtung

Lade LiPo-Akkus nie unbeaufsichtigt und nie im eingebauten Zustand. Beschädigte, aufgeblähte oder stark erhitzte Akkus nicht mehr laden oder fliegen. Einen beschädigten Akku beobachtest du eine Weile an einem sicheren Ort, denn er kann sich auch verzögert erhitzen. Lege für den Notfall Sand oder einen Metalleimer bereit und lade nie neben brennbaren Materialien.

Wie lagerst du LiPo-Akkus?

Lagere Akkus nicht voll geladen und nicht leer, sondern mit etwa 3,8 V pro Zelle. Viele Ladegeräte haben dafür einen Storage-Modus. Der Lagerort sollte kühl, trocken und dunkel sein, die Akkus liegen in einem feuerfesten Behälter. Das Umweltbundesamt nennt 10 bis 25 Grad als günstigen Bereich für Lithium-Akkus – also nicht im Auto in der Sonne und nicht draußen.

  • Nach dem Flugtag: Akkus, die du nicht bald wieder brauchst, auf Lagerspannung bringen.
  • Nicht tiefentladen: Der Akkuhersteller SLS nennt 3,2 V pro Zelle unter Last als Untergrenze; andere Hersteller geben andere Werte an. Viele Regler haben eine einstellbare Abschaltspannung, mehr dazu im Ratgeber Propeller, Motoren und Regler.
  • Transport: Kontakte abdecken, Akkus nicht lose in der Tasche, nie mit Metallteilen zusammen.

Ausführliche Pflegetipps, die für Hubschrauber- und Flugzeugakkus gleichermaßen gelten, findest du im Ratgeber LiPo-Akkupflege auf mini-hubschrauber.net.

Wie entsorgst du alte Akkus?

Alte LiPo-Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Das Umweltbundesamt nennt als Rückgabestellen Sammelboxen im Handel und den Wertstoffhof. Klebe die Kontakte ab und bring den Akku in einem sicheren Behälter dorthin, zum Beispiel in einer Dose mit Sand. Ein Händler-Sicherheitsblatt (welectron) rät zusätzlich, Lithium-Zellen nur entladen abzugeben. Aufgeblähte oder beschädigte Akkus nimmst du sofort aus dem Betrieb.

Ladegerät, Akku-Checker und LiPo-Tasche gehören zur Grundausstattung. Eine Übersicht findest du unter Zubehör und Ersatzteile.

Häufige Fragen

Kann ich einen Akku mit mehr Kapazität einsetzen?

Ja, wenn Zellenzahl und Stecker passen und der Akku ins Modell passt. Er ist aber schwerer. Prüfe danach den Schwerpunkt und rechne damit, dass das Modell träger fliegt.

Warum braucht ein 1S-Akku keinen Balancer?

Weil er nur eine Zelle hat. Der Balancer gleicht Spannungsunterschiede zwischen mehreren Zellen aus. Bei einer Zelle gibt es nichts auszugleichen.

Woran erkenne ich, dass ein Akku verbraucht ist?

Die Flugzeit wird deutlich kürzer, die Spannung bricht unter Last schneller ein, oder der Akku bläht sich auf. Ein aufgeblähter Akku wird nicht mehr benutzt.