SAFE steht für Sensor Assisted Flight Envelope
SAFE-Modi Beginner, Intermediate, Experienced, Panic
Nach dem Anstecken des Akkus 5 Sekunden still halten
SAFE Plus Virtual Fence ca. 175 m Radius (Standard)
Kurz gesagt
AS3X und SAFE sind Stabilisierungssysteme von Horizon Hobby, die in Modellen von E-flite und HobbyZone sowie in Spektrum-Empfängern stecken. AS3X gleicht mit Sensoren und Regelsoftware Störungen wie Böen, Turbulenzen und Motordrehmoment aus, begrenzt deine Steuerbefehle aber nie. SAFE baut auf AS3X auf: Es erkennt die Lage zum Horizont, begrenzt je nach Modus Quer- und Längsneigung, richtet das Modell beim Loslassen der Knüppel wieder gerade aus und holt es per Panic-Taste aus einer unklaren Lage. Ähnliche Systeme gibt es von anderen Herstellern, etwa FMS Reflex oder Volantex Xpilot. Keines ersetzt das Fliegen: Bei zu wenig Fahrt oder Höhe kann auch ein stabilisiertes Modell abstürzen.
Ob im Datenblatt „AS3X“, „SAFE Select“ oder „6-Achsen-Gyro“ steht: Dahinter steckt immer ein kleiner Flugregler, der schneller korrigiert, als du reagieren kannst. Hier erfährst du, was die Systeme genau tun, welche Modi es gibt und wo ihre Grenzen liegen.
Was ist der Unterschied zwischen AS3X und SAFE?
AS3X stabilisiert, SAFE schützt zusätzlich die Fluglage. AS3X hält das Modell in der Lage, die du vorgibst, und dämpft Störungen; SAFE verhindert darüber hinaus extreme Lagen und kann das Modell selbstständig gerade ausrichten.
Horizon Hobby beschreibt AS3X als Kombination aus Sensoren und eigener Flugsteuerungssoftware, die im Hintergrund arbeitet. Sie wirkt Wind, Turbulenzen, Drehmoment und Strömungsabriss an der Flügelspitze entgegen. Wichtig ist der Satz des Herstellers, dass AS3X das Flugzeug nicht für den Piloten fliegt und Steuerbefehle nie begrenzt. Du fliegst also ganz normal, nur ruhiger.
SAFE steht für „Sensor Assisted Flight Envelope“, auf Deutsch etwa „sensorgestützte Flugbereichsbegrenzung“. Mit Mehrachsen-Sensoren und eigener Software kennt das Modell seine Lage zum Horizont. Laut Horizon arbeitet AS3X in jedem SAFE-Modus mit; SAFE ergänzt nur die Begrenzung und die Selbstnivellierung.
Wie funktioniert ein Gyro im Mini-Flugzeug?
Ein Gyro, also ein elektronischer Kreisel, misst, wie schnell sich das Modell um seine Achsen dreht. Erkennt er eine Drehung, die du nicht gesteuert hast, lenkt der Flugregler sofort mit den Rudern gegen.
Elektronische Kreisel gibt es als winzige MEMS-Sensoren, also mikromechanische Bauteile auf einem Chip. STMicroelectronics beschreibt seine Drei-Achsen-Gyroskope so: Sie messen die Drehrate um alle drei Achsen und werden häufig mit einem Beschleunigungssensor kombiniert, um die Lage im Raum zu bestimmen.
Warum braucht es beide? Der Kreisel misst nur Drehbewegungen, er weiß nicht, wo „unten“ ist. Den Horizont liefert der Beschleunigungssensor über die Richtung der Schwerkraft. Analog Devices weist allerdings darauf hin, dass jede zusätzliche Beschleunigung – etwa die Fliehkraft in einer Kurve – diese Neigungsmessung verfälscht. Erst die Kombination beider Sensoren in der Software ergibt eine brauchbare Lageerkennung, wie sie SAFE für die Selbstnivellierung benötigt.
Den Rest erledigt die Regelung: Laut FMS macht ein Gyro-System im Flug tausende kleine, schnelle Korrekturen an Querruder, Höhenruder und Seitenruder. Wie stark es eingreift, legt die Verstärkung (Gain) fest, die sich bei AS3X für jede Achse getrennt einstellen lässt.
Welche Flugmodi hat SAFE und was macht die Panic-Taste?
Wie viele Modi es gibt, hängt laut Horizon vom Modell ab. In den Anleitungen von HobbyZone Sport Cub S 2 und E-flite Apprentice STS sind es drei Modi plus eine Rettungsfunktion:
- Beginner: Quer- und Längsneigung sind begrenzt. Lässt du die Knüppel los, kehrt das Modell in den Geradeausflug zurück. Bei der Apprentice STS kommen unterstützter Start und Landung sowie Steigen und Sinken über den Gashebel dazu.
- Intermediate: Die Grenzen sind weiter, verhindert werden nur noch extreme Fluglagen. Eine Selbstnivellierung gibt es nicht mehr. Die Apprentice STS schaltet unter etwa 30 m (100 Fuß) automatisch in den Beginner-Modus.
- Experienced: Keine Lagegrenzen, keine Selbstnivellierung. Rückenflug, Loopings und Rollen sind möglich, AS3X stabilisiert weiter.
- Panic Recovery: Hältst du die Panic-Taste gedrückt, bringt SAFE das Modell in eine stabile Lage mit geraden Flächen und leichtem Steigflug. Danach fliegst du im gewählten Modus weiter.
Die Panic-Funktion hat zwei Haken, die in den Anleitungen ausdrücklich stehen: Beim Aufrichten kann das Modell Höhe verlieren, und aus dem Rückenflug braucht es genug Höhe, um wieder in den Geradeausflug zu kommen. Hindernissen weicht die Funktion laut Apprentice-Anleitung nicht aus.
In programmierbaren Spektrum-Empfängern wie dem AR631 heißen die Stufen etwas anders. Der Modus „Envelope“ entspricht Intermediate: Das Modell fliegt wie mit AS3X, aber mit Grenzen für Quer- und Längsneigung. „Self Leveling/Angle Demand“ richtet es beim Loslassen gerade aus. Die Winkelgrenzen stellst du für jeden Flugmodus selbst ein.
Was sind SAFE Select und SAFE Plus?
SAFE Select ist eine abschaltbare SAFE-Variante mit festen Lagegrenzen und Selbstnivellierung, die in vielen E-flite-Modellen steckt. SAFE Plus erweitert SAFE um GPS-Funktionen wie Warteschleife, automatische Landung und einen virtuellen Zaun.
Bei der UMX Slow Ultra Stick erklärt die Anleitung SAFE Select so: Eingeschaltet verhindert es, dass das Modell über festgelegte Grenzen hinaus rollt oder nickt, und bei neutralen Knüppeln hält es das Flugzeug automatisch gerade. Ob SAFE Select aktiv ist, legst du beim Binden fest. Es gibt drei Varianten: aus (immer AS3X), an ohne Schalter (immer SAFE Select) oder an mit Schalter, der zwischen SAFE Select und AS3X umschaltet.
SAFE Plus lässt sich bei der Apprentice STS mit einem optionalen GPS-Modul nachrüsten. Das Modell kann dann eine Warteschleife fliegen, nach Hause zurückkehren, selbst landen und bleibt innerhalb eines virtuellen Zauns. Der Standard-Zaun ist ein Kreis mit etwa 175 m Radius um den Startpunkt, alternativ etwa 225 m oder ein Rechteck von rund 400 × 200 m. Horizon nennt als Mindestfläche 400 × 400 m und rät, nur bei Wind bis 16 km/h zu fliegen. Auch hier betont die Anleitung: SAFE Plus ist eine Flughilfe, kein Autopilot.
Welche Stabilisierung bieten andere Hersteller?
Auch andere Hersteller bauen Stabilisierung ein. Bei den zwei folgenden Beispielen ist das Prinzip ähnlich: ein Modus mit Selbstnivellierung, ein Modus mit weniger Unterstützung und ein manueller Modus. Namen und Details unterscheiden sich.
FMS Reflex: Das aktuelle Reflex V3 hat laut FMS drei Modi. „Stabilized“ begrenzt die Ruderausschläge und richtet das Modell beim Loslassen der Knüppel selbst aus. „Optimized“ gleicht nur Böen und Seitenwind aus. „Manual“ schaltet den Gyro komplett ab. Einstellen lässt sich das System per Bluetooth-App für iOS, Android und Windows.
Volantex Xpilot: Volantex bewirbt etwa bei der F4U Corsair ein „XPILOT 6-Axis Gyro“-System mit drei Stufen (Beginner, Intermediate, Expert). Lässt du die Knüppel los, richtet es das Modell laut Hersteller in den Geradeausflug aus; dazu kommen Kunstflug und Wende auf Knopfdruck. Wie sich die sechs Achsen zusammensetzen, schlüsselt Volantex nicht auf. Für dich zählt deshalb weniger die Achsenzahl als die Frage, welche Modi es gibt und ob sich die Hilfe abschalten lässt.
| System | Lagebegrenzung | Selbstnivellierung | Rettungsfunktion | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| AS3X (Horizon) | nein | nein | nein | Gain je Achse, Flugmodi per Schalter |
| SAFE Select (Horizon) | ja, feste Grenzen | ja | je nach Modell | beim Binden aktivieren, per Schalter zu AS3X wechselbar |
| SAFE (Horizon) | Beginner und Intermediate | nur Beginner | Panic Recovery | drei Modi, im Flug umschaltbar |
| SAFE Plus (Horizon) | wie SAFE | wie SAFE | Panic Recovery | GPS: Warteschleife, AutoLand, Virtual Fence |
| FMS Reflex V3 | Stabilized-Modus | Stabilized-Modus | keine Angabe | Einstellung per Bluetooth-App |
| Volantex Xpilot | keine Angabe | ja | keine Angabe | Kunstflug und Wende auf Knopfdruck |
Alle Angaben stammen aus Anleitungen und Produktseiten der Hersteller (Stand: Oktober 2026). Wie moderne Mini-Hubschrauber zusätzlich Höhe und Position halten, erklärt unsere Schwesterseite im Beitrag zu Höhenhaltung und Optical Flow beim Mini-Heli.
Wo liegen die Grenzen der Stabilisierung?
Die Stabilisierung korrigiert Störungen, sie hebt aber keine Physik auf. Ist das Modell zu langsam, zu tief oder fliegt es in ein Hindernis, kann sie den Absturz nicht verhindern.
Die Apprentice-Anleitung sagt es deutlich: Auch mit SAFE muss das Flugzeug von Hand geflogen werden, und falsche Steuerbefehle in geringer Höhe oder bei niedriger Geschwindigkeit können zum Absturz führen. Was bei einem Strömungsabriss am Flügel passiert, erklärt unsere Technik-Seite. Wind bleibt ebenfalls ein Faktor: Für die Apprentice STS mit SAFE Plus nennt Horizon 16 km/h als Obergrenze.
Viele Probleme entstehen schon am Boden. Diese Punkte aus Herstelleranleitungen solltest du kennen:
- Halte das Modell nach dem Anstecken des Akkus etwa 5 Sekunden still, damit sich die Sensoren initialisieren können (UMX Slow Ultra Stick).
- Stelle die Ruder mechanisch auf Mitte statt mit viel Trimmung. Braucht ein Ruder 4 oder mehr Trimmklicks, korrigierst du laut Horizon besser das Gestänge.
- Montiere einen nachgerüsteten Stabilisierungsempfänger gerade zur Rumpfachse und für SAFE möglichst nah am Schwerpunkt (Spektrum AR631).
- Mach vor jedem Erstflug den Reaktionstest: Kippst du das Modell, müssen die Ruder gegensteuern. Beim AR631 wird AS3X erst aktiv, wenn du einmal über 25 % Gas gegeben hast.
- Prüfe den Failsafe: Der AR631 hält ab Werk bei Signalverlust die letzten Ruderstellungen und nimmt Gas weg. Richtest du „SAFE Failsafe“ ein, fliegt das Modell stattdessen eine sanfte Gleitkurve.
Was ein Failsafe grundsätzlich macht und wie du ihn einstellst, steht im Lexikonbeitrag zu Failsafe bei RC-Modellen auf modell-bau.org.
Achtung
Bring Höhen- und Querruder auf neutral, bevor du von einem selbstnivellierenden Modus auf AS3X umschaltest. Laut AR631-Anleitung sind die Knüppelausschläge, die du im SAFE-Modus für eine Kurve hältst, im AS3X-Modus viel zu groß – das Modell reagiert sofort heftig.
Wie nutzt du die Stabilisierung beim Fliegenlernen?
Starte im Modus mit Selbstnivellierung und schalte schrittweise zurück, sobald du sicher fliegst. So lernst du die Steuerung, ohne dass jeder Fehler sofort im Gras endet.
Die Apprentice-Anleitung empfiehlt für die ersten Flüge den Beginner-Modus. FMS rät ebenfalls, im Stabilized-Modus anzufangen, später in den Optimized-Modus zu wechseln und schließlich manuell zu fliegen. Fliege dabei hoch genug, damit dir für Panic-Taste und Korrekturen Zeit bleibt.
Wenn du im Intermediate- oder Experienced-Modus sicher Kurven und Landeanflüge fliegst, ist AS3X allein eine gute Dauerlösung. Es macht kleine Modelle ruhiger, ohne dir etwas abzunehmen. Mehr zu Lehrer-Schüler-Betrieb und erstem Flug steht im Ratgeber RC-Flugzeug fliegen lernen. Wo du im Winter windgeschützt üben kannst, zeigt unser Beitrag zum Hallenflug mit Verein und Halle.
Häufige Fragen
Kann ich AS3X oder SAFE abschalten?
Das hängt vom Modell ab. SAFE Select lässt sich beim Binden deaktivieren oder per Schalter auf AS3X umschalten; bei SAFE-Modellen ist der Experienced-Modus frei von Lagegrenzen, AS3X bleibt aber aktiv.
Kann ich einen Gyro in ein vorhandenes Modell einbauen?
Ja, etwa mit einem Empfänger mit eingebauter Stabilisierung wie dem Spektrum AR631 oder einem separaten Gyro-Modul. FMS weist darauf hin, dass Nachrüst-Gyros zwischen Empfänger und Servos sitzen und abgestimmt werden müssen.
Ist AS3X in jedem Spektrum-Empfänger aktiv?
Nein. Laut Horizon ist AS3X bei frei verkauften Empfängern wie AR636 und AR9350 ab Werk inaktiv; sie arbeiten dann wie normale DSMX-Empfänger, bis du die Stabilisierung per App oder PC-Programm einrichtest.
Warum wackelt mein Modell mit Stabilisierung schnell hin und her?
Laut Spektrum schwingt das Modell auf, wenn die Regelung über das Ziel hinaus korrigiert, meist bei hoher Geschwindigkeit: sofort langsamer fliegen und nach der Landung den Gain senken. Bei Fertigmodellen nennt Horizon außerdem einen unwuchtigen Propeller oder eine lockere Propellerschraube als Ursache.
Quellen
- AS3X – The Foundation of Stability (Horizon Hobby)
- SAFE Technology Introduction (Horizon Hobby)
- Apprentice STS 1.5m, Bedienungsanleitung (E-flite/Horizon Hobby)
- Sport Cub S 2, Bedienungsanleitung (HobbyZone/Horizon Hobby)
- UMX Slow Ultra Stick, Bedienungsanleitung (E-flite/Horizon Hobby)
- AR631 AS3X and SAFE Receiver, Anleitung (Spektrum)
- Reflex Flight Control System (FMS)
- F4U Corsair mit Xpilot-Stabilisierung (Volantex RC)
- MEMS-Gyroskope (STMicroelectronics)
- AN-1057: Using an Accelerometer for Inclination Sensing (Analog Devices)